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Familienausflug zum Phaeno Wolfsburg – Bericht mit Verlosung

Familienausflug zum Phaeno Wolfsburg – Bericht mit Verlosung

Faszinierende Eindrücke, aktives Experimentieren, blickfangende Kunstwerke, spannende Erfahrungen über die Sinne, selbständiges Forschen, Aha-Erlebnisse an zig interaktiven Stationen zu naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen sowie Phänomenen begeisterten uns im Phaeno Wolfsburg. „Da staunst du.“ – der Slogan des Science Centers in Niedersachsen ist wirklich Programm. Wir verbrachten zum Beginn der Herbstferien einen großartigen Tag in dem avantgardistischen Bauwerk und ich möchte unbedingt von unserem Familienausflug berichten. Nach dem Bericht folgt sogar noch eine Verlosung.

Phaeno Wolfsburg – wo das Staunen Programm ist

Das futuristische Betongebäude im Stil des Dekonstruktivismus von Zaha Hadid direkt neben dem Bahnhof konnten wir gar nicht verfehlen. Dank der Blogfamilia im September wusste ich, dass uns über 350 interessante interaktive Exponate erwarten würden. Themenfelder und -bereich wie Luft, Optik, Leben, Mathe, smarte neue Welt, wo die Digitalisierung thematisiert wird, und Spannung mit den verschiedenen Mitmach-Stationen galt es zu entdecken und auszuprobieren. Selbständig. Aktiv. Je nach Interesse.

unter der leuchtenden Überschrift "LEBEN" sind verschiedene Exponate und Experimentiermöglichkeiten zum Thema

Schau- und Texttafeln würden entsprechend und bei Bedarf Wissenswertes dazu bieten. Die Sonderausstellung „WahnSinn“, wo die Sinne auf die Probe gestellt werden, das Herbstferienprogramm und die Lasershow im Wissenschaftstheater erweitern aktuell das sowieso schon vielfältige Angebotsspektrum. Das spielerische Experimentieren steht, in dieser 2005 eröffneten Erlebnislandschaft, klar im Vordergrund. Genau wie das Staunen über die Phänomene, Möglichkeiten und neuen Erkenntnissen.

Pünktlich um 10 Uhr konnten wir die Erlebnislandschaft betreten. Fuhren die Rolltreppe hoch. Wurden freundlich begrüßt. Erhielten Informationen. Schlossen unsere Sachen ein. Und dann konnte es los gehen.

halb zu sehendes Kind legt eine Hand an eine große Drehscheibe - das Exponat "Sturm im Glas"

Eine runde Scheibe, die sich drehen lässt, schreit doch förmlich danach gedreht zu werden. Oder? Besonders amüsant wird es, wenn dann ruckartig die Richtung gewechselt wird. Bei dem Exponat „Sturm im Glas“ interagieren weiße fallende Glaskügelchen und bewegtes Wasser, dabei entstehen feine Linien, weiße Schlieren, Wellen und aufregende Muster. Faszinierend ohne Ende und nur möglich durch den persönlichen Einsatz.

eine Frau streckt ihre Hand aus über ein "Luftlabyrinth" - neben ihr zwei Kinder

Luft ist allgegenwärtig und nicht nichts. Die Station „Luftlabyrinth“ zog mich und die Kindern an. Hier staunten wir lustig-luftig zusammen und waren gemeinsam tätig, was besonders schön war. Kleine Bälle wurden von uns durch das Öffnen und Schließen von Schiebetüren aus Plexiglas sowie die dadurch veränderte Luftzirkulation durch das Labyrinth manövriert. Gar nicht so einfach und Tüfteln war nötig.

Labyrinth aus Röhren mit Weichen mit Öffnungen für Luft bunt beleuchtet

Weiterging es an der „Rohrpost“. Farbige Tücher und Puschelbälle flitzten blitzschnell dort durch die transparenten Röhren. Die Routen und Geschwindigkeit kann durch vier Weichen beeinflusst werden. Am Ende werden die Teile „ausgespuckt“ und schweben oder plumpsen auf den Boden. Es sei den eine flinke Hand schnappt sie.

"DNA"- Helix kunstvoll und überdimensional dargestellt und so beleuchtet, dass bunter Schattenwurf links und rechts zu sehen ist

Lange Zeit betrachtete ich den „Bauplan des Lebens“ und war fasziniert von den unterschiedlichen Teilen, ihrer Bewegung und der Reflexion. Schon spannend, was so in uns steckt. Ein richtiges Kunstwerk.

Kunst und Wissenschaft

In dem Heft „Der andere Blick – Kunst im Phaeno“ steht, dass rund zehn Prozent der Exponate Kunstwerke bzw. künstlerische Installationen sind. Einige davon haben unsere Blicke und Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ich finde es wunder- und wertvoll, dass auf diese Weise, dass ästhetische Erleben (was jahrelange meine berufliche Hauptaufgabe war) mit einbezogen wird.

Obwohl dazu geschrieben steht, dass sich die Werke im Spannungsfeld zwischen Kunst und Wissenschaft bewegen, finde ich diese Verbindung einfach nur großartig und gar nicht gegensätzlich sonder eingebunden. Alle Phänomene tangieren die Erfahrung des Seins und damit das philosophische Denken. Bei den Kunstwerken wurden Eindrücke und verschwimmende physikalische Grenzen zum Ausdruck gebracht und neue Wahrnehmungsangebote, die zurückwirken, geschaffen. Das schöne dabei ist, dass die Ästhetik und der philosophische Aspekt so ganz nebenbei wirken können.

das Kunstwerk "Yellow Chair" an einer Betonwand wie eine übergroße Uhr mit zusammengesetztem Stuhl in der Mitte
das Kunstwerk "Yellow Chair" an einer Betonwand, wobei die Teile des Stuhls  von Armen gehalten werden

So zum Beispiel beim „LITTLE YELLOW CHAIR“ von Arthur Ganson. Die Roboterarme der Installation fügen die Teile des gelben Stuhls nur für einen Bruchteil einer Sekunde erkennbar zusammen. Wann also ist ein Stuhl ein Stuhl? Existiert er nur, wenn wir ihn als Ganzes sehen? Was bedeutet das für unser Sein?

Trockeneis fällt in Wasser mit Nebel, wirbelt und schlägt Blasen
ein Kind sieht sich die Reaktion von Trockeneis in einem Exponat im Phaeno an

Bei „ICY BODIES“ von Shawn Lani bekommt Trockeneis eine besondere Rolle. Bei dieser Installation wird nach und nach ein Stück gefrorenes Kohlendioxid im Wasser gasförmig. Nebelschwaden und ästhetische Figuren auf der Oberfläche bieten ein echtes Schauspiel. Warum fasziniert uns das so? Welchen Gesetzen unterliegt die Ästhetik? Wann und warum finden wir etwas „schön“?

farbige Körperumrisse mehrfach dargestellt
Kind vor einer Leinwand, die dessen Umriss farbig darstellt

Mit Freude verbrachten wir viel Zeit vor einer großen Leinwand, auf der unsere Umrisse und Bewegungen auf vielfältige Art und Weise abgebildet wurden. Das wesentliche Element von „RECOLLECTIONS“ von Ed Tannenbaum, dieser interaktiven Videoinstallation und Spiegelung, ist Symmetrie. Gleichzeitig wird gefragt: „Wie sieht es aus, wenn Vergangenheit und Gegenwart gleichzeitig zu sehen sind?“. Außerdem stand das Miteinander und die Begegnung nebst Interaktion im Vordergrund.

farbiger Oberkörperumriss, bei die Arme gehoben sind und die Hände ein Herz formen
farbige Körperumrisse zweier Kinder auf einer Leinwand

WOW- Ausrufe in der Lasershow

In der Lasershow, für die wir mit anderen Interessierten zum Wissenschaftstheater begleitet wurden, bewegten sich Laserstrahlen mit Unterstützung von Spiegeln musiksynchron durch das Theater. Zu klassischer Musik von „Peer Gynt“ von Edvard Grieg und „Dans Macabre“ von Camille Saint-Saens tanzten und formten sich Lichtbilder, die durch einen leichten Kunstnebel sichtbar gemacht und dreidimensional wurden. Wie der Sohn, hätte auch ich gerne mehrmals einfach nur ein staunendes „WOW“ gerufen, so mitreißend war es. Die Lasershow „Classic Lights“ hätte gerne länger gehen können.

farbige Laserstrahlen
farbige Laserstrahlen überkreuzt an der Decke

Außerdem und anschließend erfuhren wir noch, dass Licht üblicherweise ungebündelt ist und sich ausbreitet. Bei einer Taschenlampe kann das gut gesehen werden. Der Laser (Lichtverstärkung durch stimulierte Emission) hingegen ist ein künstlich gebündelter und einfarbiger Strahl. Das Tochterkind wusste bereits, dass Licht unendlich ist und umgelenkt werden kann. Übrigens sind Laserschwerter wie bei Star Wars, die gegeneinander stoßen, Quatsch. Wenn sich zwei Laserstrahlen kreuzen, passiert zum Einen gar nichts, und zum Anderen können die Strahlen nicht abrupt enden bzw. so begrenzt werden.

die Zeit verging wie im Flug

Der Sohn verbachte Zeit mit der digital steuerbaren Kugelbahn. Die Tochter sah bei der Lassoschleuder aus, als würde sie einen Zauberstab schwingen und das Seil mit ihrer Magie tanzen lassen. Wir staunten über den Feuertornado und die Kraft von Magneten, schwankten über eine Brücke im Tunnel und brachten die Mona Lisa zum Wanken, testeten unsere Reaktionszeit, ließen unsere Gesichter scannen und unser Alter schätzen.

experimentierende Kinderhände mit Reglern für die Grundfarben
großes Mikroskop mit Teilen zum Unterlegen und ein großer Bildschirm, der Salzkristalle vergrößert zeigt

Die Tochter ließ Wolken entstehen und Nebel wirbeln, während der Sohn durch ein Vakuum in die Höhe stieg. Wir bastelten Fledermäuse im Krater, beobachteten Strömungsmuster, spielten mit Licht und Farben, fotografierten Tropfen, schauten in Spiegel, interagierten mit dem menschenähnlichen Roboter, sahen Salzkristalle unter dem Mikroskop, starteten die Wasserrakete, freuten uns über die Effekte der Prismen in den Fenstern, testeten Multitasking, spielten mit Fluoreszenz und an der Maschinenwand. Das und noch so viel mehr konnten wir bestaunen und begreifen. Und der Tag verging wie im Flug.

gut zu wissen für Familien

Das Phaeno Wolfsburg ist direkt neben dem Bahnhof. Das war super für uns, da wir mit dem Zug angereist sind und nicht noch durch die Stadt mussten. Beim Eintreten bekamen wir Bänder fürs Handgelenk, mit diesen ist es möglich die Experimentierwelt zu verlassen und zurückzukehren. Wenn die vielfältigen Eindrücke oder auch die Lautstärke durch zahlreiche Besucher zu viel wird, ist so eine Pause im Freien eine (gute) Option. Außerdem besteht so die Möglichkeit in fußläufiger Nähe eine Mittagspause einzulegen. Obwohl es einen Picknickbereich gibt, entschieden wir uns für ein bisschen frische Luft und leckeres Essen bei der L’Osteria Wolfsburg, die sich bei den Designer Outlets nebenan befindet. Dort waren einige andere Familien und sogar der Kaffee war schlürfig.

Kürbissuppe, Brot im Korb, Tomatenbrot, Pizza mit Getränken und Ölflaschen auf einem Tisch und im Hintergrund sind teilweise zwei Kinder zu erkennen
Einblick auf die Einrichtung der L'Osteria in Wolfsburg

Mit ihren sieben und zehn Jahren konnten die Kinder problemlos selbstbestimmt tätig und auch allein unterwegs sein. Die Tochter hatte ihre Uhr dabei und wir fanden uns immer wieder. Zudem waren die Mitarbeitenden freundlich und offen für Fragen. Zur Not hätten sie den Kindern sicher auch geholfen mich zu finden.

Am Nachmittag, weil es doch ganz schön voll war, haben wir uns auch den Kinderbereich angesehen. Ich finde es toll, dass es einen geschützten Bereich für die Altersgruppe der 3-6 Jährigen gibt. Die Themenfelder ließen sich auch dort finden. Es gibt einen Ruhebereich aka eine Leseecke. Zusätzlich können Eltern dort Anregungen für Zuhause mitnehmen. Es gab zum Beispiel bestückte Tabletts mit Alltagsgegenständen und Aktionsimpulsen.

Ruhebereich mit Sitzbank und Sitzkissen und einem gefüllten Bücherregal
mit naturwissenschaftlichen Beschäftigungsideen bestückte Tabletts in einem Regal

Mir ging durch den Kopf, dass Themenlernorte genau so sein sollten. Nämlich Erfahrungsorte, wo es Spaß macht dazuzulernen, wo aus Staunen der Wunsch erwächst mehr wissen zu wollen. Noch Tage später sprachen wir über die vielen Eindrücke. Die Kinder hatten Lust Experimente durchzuführen und vertieften sich in ihr Tun. Im Phaeno kann auf der Erfahrungsebene spielerisch elementares bzw. vor-formales Lernen stattfinden, ganzheitlich, was für zukünftiges Begriffslernen motiviert und dieses möglicher macht.

Ein Tag war definitiv nicht genug. Durch wechselnde Sonderausstellungen, auch Umbauarbeiten im Kinderbereich, Workshops und Shows gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Außerdem bietet das Phaeno Wolfsburg noch mehr. Weitere Angebote und Informationen gibt es HIER.

„Die Fähigkeit zu Staunen ist der Anfang aller Weisheit.“ Erich Fromm

Kinder leben genau nach diesem Zitat, weil sie die Welt und sich in ihr sowie Neues entdecken und erkunden möchten. Natürlich gibt es überall Anlässe zum Staunen, welche nicht unbedeutend sind, jedoch bietet ein Abenteuer, was über den gewohnten Radius hinausgeht und auch gemeinsam als Familie erlebt wird, tolle Möglichkeiten für weitere spannende, anregende und verbindende Erfahrungen.

Unsere Augen leuchten immer noch, wenn wir an all die vielfältigen Eindrücke denken und davon berichten, was uns staunen ließ. Unser Familienausflug zum Phaeno Wolfsburg war wirklich phänomenal. Platt, begeistert, auf eine gute Art erschöpft und happy saßen wir am Abend im Zug. Dieses Abenteuer war geprägt vom Entdecken statt vom passivem Unterhalten-werden, vom individuelle und gemeinsamen Staunen und sicher ein Anfang…

Wer möchte sich selbst davon überzeugen und einen Familienausflug zum Phaeno Wolfsburg machen?

Zum Einen möchte ich nicht nur unsere Eindrücke und meine Begeisterung sowie die Empfehlung für einen Besuch mit euch teilen. Zum Anderen jubiliert „X-MAL ANDERS SEIN“ am 10.11.2022…

Bis zum achten Bloggeburtstag könnt ihr eine von drei Familieneintrittskarten, die noch fast drei Jahre gültig sind, und eine kleine Überraschung dazu gewinnen. Hinterlasst dafür ein freundliches Kommentar.

drei weiße Briefumschläge, darauf das Logo vom Phaeno und dazu eine Tüte des Phaeno und eine Gutscheinkarte, die leicht geöffnet ist

Die Verlosung startet mit Veröffentlichung des Beitrags und geht bis 10. November 2022 um 23:59 Uhr. Anschließend wird ausgelost. Meine Glücksfeen werden das mit Freude und unvoreingenommen übernehmen. Wer ein freundliches Kommentar hinterlässt, über 18 Jahre ist und in Deutschland wohnt, kann mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Beachtet, dass eure Teilnahme öffentlich ist. Wer ausgelost wurde, wird von mir über eine Nachricht via E-Mail kontaktiert. Die Übermittlung personenbezogener Daten (Name und Adresse) wird erst dann erforderlich, wenn es um den Versand, den ich übernehme, geht. Diese Daten werden dann vertraulich behandelt, nicht weitergegeben und nach der Zustellung gelöscht. Viel Glück euch und vielen Dank an das Phaeno Wolfsburg für die Bereitstellung der Eintrittskarten und den tollen Tag mit leckerem Essen. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst. Der Ausflug war von mir geplant und die Zugfahrkarten wurden schon vor der Kontaktaufnahme selbst bezahlt.

Was lässt euch staunen? Welche Experimente interessieren oder welche Phänomene faszinieren euch? Wie findet ihr Science Center?

Eure Anne


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