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was mir gerade den Arsch rettet

was mir gerade den Arsch rettet

Aufgeben ist keine Option. Gut und schön. Aber der Akku ist leer. Weitermachen und Aufstehen, obwohl das Liegen bleiben doch die gewünschte Option wäre. Das schlechte Gewissen im Nacken. Die Schieflage zwischen Erfordernissen und Bedürfnissen auspendeln. So anstrengend.

Sich selbst nicht vergessen. Den Blick für das Gute nicht verlieren. Das Konfetti im Herzen nicht verstauben lassen. Die Perspektive ändern. Kräfte aufbringen, um Gedanken und dem Gefühl von Aussichtslosigkeit Einhalt zu bieten.

Was rettet mir gerade den Arsch?

Was macht mich also wiederstandsfähiger? Was tue ich für meine mentale Gesundheit? Was macht uns als Familie resilenter? Was hilft uns mit der aktuellen Situation umzugehen?

Perspektivwechsel

Die Welt mit anderen Augen sehen. Die Dinge aus einem anderem Blickwinkel betrachten. Unterschiede wahrnehmen. Offen für alles, was vorher nie aufgefallen ist. Die übliche Seh- und Denkweise aufbrechend…

Was so abstrakt klingt oder nach Gedankenleistung, kann jedoch wortwörtlich gemacht werden. Dafür muss nur der Kopf bewegt werden. Objekte können gedreht werden. Manche „Hilfsmittel“ beschert dabei das Wetter. Gemeinsam mit den Kindern schau ich in Pfützen, betrachte die Spiegelung.

Aber auch mit einem Spiegel kann die Perspektive bei Spaziergängen gewechselt werden. Ein Spiel kann beginnen. Eine Suche nach Details. Wir laufen also mit unseren Spiegeln herum und verinnerlichen hoffentlich, dass es mehr als eine Betrachtungsweise gibt.

Fantasie

Ob beim Lesen, Spiel mit Schrauben, lustigen Obstgesichtern, dem Erschaffen von Spielwelten mit losen Teilen, Murmelbahnen und Figuren, dem Lichtspiel oder dem Schreiben an Feen, das Eintauchen in Fantasiewelten bringt uns auf andere Gedanken, lässt uns Abenteuer erleben (auf die wir grade verzichten), stärkt uns und macht den Alltag fröhlicher.

Was wäre, wenn…? Mit dieser Frage, dem Ausloten der Möglichkeiten und dem Kultivieren der Vorstellungskraft, entstehen Querverbindungen im Gehirn, die uns helfen, werden wir in eine andere Realität versetzt und machen eine Pause von (Schul)Aufgaben.

Rückzug

In die mit Fantasie erdachte und mit Einfällen zusammengesetzte Höhle im Kinderzimmer können wir uns zurückziehen und die Welt davor lassen. Durchatmen.

Die Unordnung bleibt draußen und es ist nur Platz für Gemütlichkeit zum Kraft tanken. Das Handy lasse ich oft aus und konzentriere mich auf das, was um mich ist. Die Nachrichten werde ich eh nicht ändern.

künstlerische Betätigung

Malen, Draht formen, Schattenspiele oder Basteleien vermitteln die Erfahrung, etwas geschaffen/geschafft zu haben, etwas „Schönes“ bewirken zu können und stärkt damit das Zutrauen in unsere eigenen Fähigkeiten. (Wo doch so manche schwer zu erfüllende Aufgabe uns das Gegenteil beweist)

Es gibt einen Anfang und ein Ende. Selbstbestimmt und nicht ausgeliefert, mit dem Fokus auf dem Jetzt, der Betätigung, gibt es kein richtig oder falsch. Was entstanden ist, wird nicht benotet. Was gefällt, verschönert dann unsere vier Wände und erinnert an das gute Gefühl dabei.

Kreativität

Mit dieser können Erfahrungen bearbeitet, Gefühle ausgedrückt ud Neues ausprobiert werden.

Da meine Kinder es nicht anders kennen und Fantasie, Geschichten, künstlerische Betätigung sowie Experimentieren immer schon Teil unseres Familienlebens waren, lassen sie sich auf so manches Ausprobieren, manches Lichtspiel, manchen Küchentanz oder Spiegellauf, manche Abenteuerrennerei und aus der Puste kommen oder Bastelei ein, schauen sich ab, was ich so mache, und entwickeln eigene Ideen. Jedes Kind auf seine Weise.

Meine Tochter zum Beispiel sagte, dass sie wisse, dass es keine Feen und magischen Wesen gibt, aber sie möchte daran glauben und mit ihrer Vorstellungskraft könne sie tun, was sie will. Dadurch bestärkt, schreibt sie jetzt Geschichten. Sie schreibt. Nicht für die Schule sondern für sich.

Mein Sohn hingegen konzentriert sich mehr auf das, was er sieht, entdeckt und untersuchen kann. Dabei hat er einen außergewöhnlichen Blick für Details und Interpretation entwickelt. Er findet die spannendsten Dinge von Schrauben am Wegesrand, die alle anderen übersehen bishin zu Wolkendrachen, wo niemensch in den Himmel späht, oder Formen im Schnee. Zu Hause sucht er und findet, was auseinandergenommen und zusammengesetzt werden kann.

Ich zum Beispiel verbinde Dinge wie Draht und Nagellack, die im ersten Moment nichts miteinander zu tun haben, und lasse Blumen entstehen.

Was durch den Alltag trägt

Selbst Organisationen wie die WHO stellten fest, dass eine kreative und künstlerische Betätigung sich positiv auf die physische und psychische Gesundheit auswirken kann. Jeder kreative Vorgang sorgt für innere Ruhe/ Ablenkung. Selbst, wenn es nur eine begrenzte Zeit ist. Wenn es nur vermeintliche Kleinigkeiten sind.

Obwohl all diese Dinge auch Kraft kosten und nicht immer funktionieren, das Handy ausbleibt, Kontakte fehlen, es Streit gibt und Ruhe gewünscht wird, rettet mir das doch grade den Arsch und wir geben nicht auf.

Wir tun etwas für uns. Ich tue etwas für mich. Konkret. Von so manchem Zukunftsplan habe ich mich erstmal verabschiedet. Darum geht es nun (nur noch) um das Jetzt. Im Kleinen. Dabei immer wieder die Erinnerung „Schritt für Schritt“ und „nach und nach“ im Kopf. Muss ja irgendwie werden. Oder darf es gut werden?

Was macht ihr, damit es euch besser oder gut geht?

Anne


CoronaElternKreativitätLernenmentale Gesundheit

Kommentare

  1. avatarMonatslieblinge im Januar 2021 - x-mal anders sein

    […] uns hilft dieser Tage, könnt ihr HIER nachlesen und was gut war, halte ich via Monatslieblingen fest. So […]

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