logo

0

PROTESTTAG am 5. Mai 2026

PROTESTTAG am 5. Mai 2026

Heute am 5. Mai ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Seit 1992 wird an diesem Tag auf die Rechte und das Leben von Menschen mit Behinderung aufmerksam gemacht. Obwohl Gesetze in Kraft traten, sind Inklusion und Teilhabe keine Selbstverständlichkeit. Darum gehen auch im Jahr 2026 zahlreiche Menschen auf die Straße… 

Menschenrechte sind nicht verhandelbar

Unter diesem Motto startet die Demonstration am Dienstag, 5. Mai 2026, um 15:30 Uhr am Brandenburger Tor. Immer noch wissen viel zu wenig Menschen, was Ableismus ist. Menschen mit Behinderungen oder/und chronischen Erkrankungen, die oft gar nicht offensichtlich sichtbar sind, müssen sich erklären, anpassen oder für ihren passenden Rahmen im System und ihre Grundrechte kämpfen. Die wenigsten Orte sind wirklich barrierefrei (was für mich im Gesundheitswesen besonders unverständlich ist) und es fehlt an Möglichkeiten zur Partizipation…

„Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“: Geplante Veränderungen am BGG (Behinderten Gleichstellungs Gesetz) und Kürzungen im sozialen Bereich bei der Eingliederungshilfe bedrohen aktuell noch eindringlicher die Lebensrealität von Menschen mit Behinderung, von Kindern, Jugendlichen und ihren Dazugehörigen. Ein Reform, die Rechte schwächt statt stärkt, und Kosteneinsparungen bedeuten weniger individuelle Unterstützung, weniger Assistenz, weniger Hilfsmittel und Einzelfalllösungen, weniger Psychotherapie und Gesundheitsversorgung. Mehr Hürden, erschwerten Zugang im Alltag, bei Bildung, Kultur und Arbeit, fehlende Grundlagen für verpflichtende Maßnahmen zum Abbau von Barrieren, höheres Armutsrisiko und somit weniger Chancengleichheit.

Demonstrationssammlung am Brandenburger Tor
Demonstranten halten ein langes Banner als Stimme für Menschen mit seltenen Erkrankungen

„BEHINDERUNG IST REBELLION!“, „Inklusion braucht Ressourcen – nicht Streichlisten“, „Echte Partizipation – keine Sparpläne hinter verschlossenen Türen“, „Einhaltung der UN-BRK“, „Teilhabe ist keine Zumutung“ und „Eingliederungshilfe sichert Teilhabe und Teilhabe ist ein Menschenrecht!“, lese ich rund um diesen Tag. Und von ganzem Herzen stimme ich Ninia LaGrande zu. Sie sagt am 5. Mai 2026 in Hannover: „Ich will von niemandem mehr hören, wir sollten lauter sein oder irgendwer habe sich auf den Weg gemacht — denn das Ziel ist klar und indiskutabel. Behinderte Menschen sind kein Spielball in sozialen Rechenspielchen, holt euch das Geld von denen, die es sich leisten können, aber lasst unsere Selbstbestimmung und unsere Rechte aus dem Spiel!“.

Und darum finden am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in vielen deutschen Städten Demonstrationen statt. Und darum bin ich in Berlin mitgelaufen. Nicht laut. Nicht mit Schild. Nur Anwesenheit als Ausdruck der Unzufriedenheit und solidarisches Zeichen für den Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit. Der 5. Mai ist ein Protesttag. Auch im Netz. In der Berichterstattung. Es ist ein Tag, der Anliegen und Forderungen bündelt und Zeichen setzt. Doch die Themen bleiben. Immer aktuell. Und ich würde jeden Tag für Teilhabe und gegen Einsparungen demonstrieren gehen. 

Was lässt sich jeden Tag tun?

Eure Anne


DemonstrationInklusion

Schreibe den ersten Kommentar