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10 Jahre Mamasein

10 Jahre Mamasein

Vor 10 Jahren und einem Monat wurde meine Tochter, mein erstes Kind, geboren. Vor mehr als einem Jahrzehnt wurde ich zur Mama. Ich erinnere mich gut an diesen Tag. An das Potpourri von Gefühlen. An die Umstände. An diesen Wendepunkt in meinem Leben. Und was bedeutet dieses „Mamasein“ nun?

Mama zu werden bedeutete

Seit mehr als 10 Jahre erlebe ich Mamafreuden und Alltagszauber, mache mir Sorgen und händele Ängste (in nie gekanntem Ausmaß). Manchmal lastet die Verantwortung schwer. Manchmal schätze ich einfach nur unser Miteinander. Mit dem Bewusstsein dafür, dass das Leben meiner Tochter nicht selbstverständlich ist.

Seit einem Jahrzehnt balanciere ich zwischen „Mama schafft“ und „Mama ist geschafft“. Verzweifle an der Unvereinbarkeit aller Lebensbereiche. Jongliere eigene und kindliche Bedürfnisse. Hadere mit den gesellschaftlichen Normativen in Bezug auf eine „gute Mutter“. Erlebe die Entwicklung. Begleite das Aufwachsen. Werde kreativ. Lebe das Mamasein. Mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad durch gesundheitliche Themen und Aufgaben sowie einschneidende Erlebnisse.

ein unvorstellbares Abenteuer

2 Jahre und 7 Monate nach meiner Tochter folgte mein Sohn. Next Level sozusagen. Zweifache Mama. Ein Abenteuer. Bereits in der ersten Schwangerschaft durch die Unsicherheiten wegen der pränatalen Diagnose und auch wegen meinen Erfahrungen als Erzieherin war meine Vorstellung von meinem Mamasein und dem Kinderhaben nicht unbedingt verklärt oder kitschig idealisiert.

Doch die letzten 10 Jahre hätte ich mir selbst mit blühender Fantasie nicht so ausmalen können. Weder die Herausforderungen noch die guten Momente. Weder das Tagesmanagement noch das Erleben von Meilensteinen. Und schon gar nicht das turbulente, bunte und wuselige Zusammensein.

Was es bedeutet, Mama zu sein

Zwei wundervolle Kinder sagen „Mama“ zu mir und nach wie vor frage ich mich: Was bedeutet „Mamasein“ (für mich)?. Ja, auch nach 10 Jahren tue ich das. Dabei ist mir klar, dass sich mit den Jahren meine Antworten auch geändert haben.

Zum Einen ist Mamasein für mich mit Aufgaben verbunden und ich finde den folgenden Gedanken von L. R. Knost wertvoll:

„Es ist nicht unsere Aufgabe, unsere Kinder für eine grausame und herzlose Welt abzuhärten. Es ist unsere Aufgabe, Kinder großzuziehen, die die Welt ein bisschen weniger grausam und herzlos machen.“

Zum Anderen bedeutet Mamasein für mich gemeinsam mit den Kindern zu lernen, zu wachsen, den Alltag zu händeln und zu schauen, dass es uns Dreien gut geht (gemeinsam oder eben getrennt voneinander). Manchmal ( mit einem Schmunzeln auf den Lippen) bedeutet es auch, dass der gute Kaffee (gebraucht wegen schlaflosen Nächten) kalt wird.

An einem Nachmittag fragte ich die Kinder, was für eine Mama ich bin. Es bot sich an. Es ging darum, wie das Erwachsensein sein wird. Wie es sein wird, wenn die Kinder Kinder haben. Ich kann es mir noch nicht vorstellen. Fassen kann ich es auch kaum, dass sie dem Kindsein entwachsen. Interessanterweise waren sie sich jedenfalls einig. Ich bin eine ideenreiche Künstlerin-Mama und sie finden es beide super, wenn ich mich nicht wie eine langweilige Erwachsene verhalte, wenn ich Quatsch mit ihnen mache und wir Spaß haben. (Fragt sich nur, wann ich dann peinlich werde…). Ich bin weder fehlerfrei noch ist hier immer „Friede-Freude-Eierkuchen“. Auch das ließen die Kinder nicht unkommentiert. Aber das überwiegt für sie nicht. Was mein Herz hüpfen ließ. Meine Tochter, die vor zehn Jahren und einem Monat geboren wurde, findet es außerdem faszinierend, dass sie eine neue Mama erschaffen hat.

alles in allem

Unterm Strich kann ich in diesem Sommer, an diesem einen sonnigen Nachmittag, nach 10 Jahren Mamasein sagen, dass ich die Mama bin, die sich wie die Kinder und mit ihnen über Kirschenzwillinge freut und sich diese ans Ohr hängt.

Warum genau das bedeutsam ist? Weil es ein geteilter Moment, indem wir uns verbunden fühlten und die Verantwortung nicht schwer wog, war. Auf solche kommt es für mich an. Solche möchte ich erleben und mit den Kindern teilen. Die machen das Mamasein für mich aus.

Das Balancieren, Hadern und Sorgen genau wie vielfältige Gefühle gehören zum Gesamtpaket dazu. Sind sozusagen die eine Seite. Auf der anderen Seite glitzert, funkelt und schillert es vor Kinderlachen, Alltagszauber, Herzensmomenten und Verbundenheit. Mamasein ist x-mal anders. Wie ich.

Viele Gedanken und Erinnerungen purzelten anlässlich des zehnten Geburtstages meines ersten Kindes durch meinen Kopf. Zehn Jahre. Von Einstellig auf Zweistellig. Das ist schon was. Und es ist ein Grund zum Feiern. Sie. Mich. Uns.

Was bedeutet für dich Mamasein? Wie sehr unterscheiden sich die Antworten wohl, wenn Antwortende mit oder ohne Kind(er) leben?

Eure nachdenkliche Anne


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