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Lesezeit #38 – Und die Menschen blieben zu Hause

Lesezeit #38 – Und die Menschen blieben zu Hause

Vor lauter Hektik, Plan- und Rennerei, Veranstaltungen, Terminen und der Maxime „Höher, Weiter, Schneller“ verloren die Momente des Innehaltens und Nichtstun im Alltag an Bedeutung. Das Bewusstsein für Achtsamkeit, Minimalismus und „einen Gang runterschrauben“ gewann zwar an Bedeutung. Doch das Rad der Zeit drehte sich unaufhörlich weiter. Bis das Undenkbare und Ungewohnte eintrat. Im März 2020. COVID-19. Weltweit. Seit dem knirscht, hackt und stockt es deutlicher im System. Im Großen wie im Kleinen.

Die quälende Frage „Wie gelangt eigentlich Sinn in das Tun, die Krise und die Zukunft?“ drängte sich unerbittlich auf. Ein Gedicht, geschrieben in der Pandemie, verbreitet sich immer noch als antwortgebener Hoffnungsschimmer.

UND DIE MENSCHEN BLIEBEN ZU HAUSE

Was tun die Menschen, wenn sie plötzlich aus der Routine gerissen werden und zu Hause sind? Nicht hetzen? Hören sie einander zu, lesen Bücher, treiben Sport und spielen Spiele? Halten sie Inne und lernen dazu?

Was wird sein, wenn die Krise überstanden ist? Werden die Menschen ihre Verluste betrauern, einander umarmen, neue Entscheidungen treffen und weiter von neuen Ideen träumen?

Manche Menschen nutzten die Zeit in den eigenen vier Wänden zum Meditierten, hörten und sahen genauer hin. Manche tanzten. Manche begegneten ihren Schatten.

Andere bekamen Besuch von Ruja, ihrer Freundin der Einsamkeit. Und wieder andere wurden kreativ.

Manche Menschen begannen anders zu denken und heilten. Durch die veränderte Lebensweise begann auch die Erde zu heilen.

eine Zukunftsaussicht

Eine Aussicht auf eine veränderte und zuversichtlichere Zukunft – das sind die berührenden und bedeutsamen Worte von Kitty O’Meara zur Heilung der Menschen und des Planeten. Sie wirft einen Blick auf das Geschehen und fasst die Chance.

All die merkbaren Beschränkungen, veränderten Anforderungen und Ängste können durch Mögliche und Vorstellbare zumindest in ihem Umfang gemindert werden. Und vielleicht findet wirklich ein Heilungprozess statt und die Zukunft wird eine achtsamere und umweltbewusstere sein.

eine Inspiration

Gestalt nehmen die Worte durch Stefano Di Cristofano und Paul Pereda an. Die großformatigen Illustrationen, Szenen, die sich Doppelseiten teilen oder sie gar einnehmen, Diversität wiederspiegel und Satzteile aufnehmen, inspirieren in ihrem 60er Jahre Stil. Zum Nachahmen. Und mich dazu einen Hoffnungsschimmer vor dem Fenster zu malen.

Dieser Blick, von Innen aus einem Fenster hinaus, den eigenen Wohnraum (mit Unordnung) im Rücken, fehlt mir als Darstellung im Buch. Wo doch die Fenster so symbolisch in dieser Zeit und dem Buch sind…

eine mögliche Verbindung mit sich und der Welt

„Und die Menschen blieben zu Hause“ ist ein Buch aus dem Goldblatt Verlag für Jung und Alt, an dem sich festgehalten werden kann. Was dazu anregt sich mit sich selbst zu verbinden, den Menschen und Dingen unmittelbar um einen herum und die Welt. Auf eine andere Weise als bisher. Wenn der Blick an den Fenstern hängen bleibt. An dieser Schnittstelle zwischen Drinnen und Draußen. Wenn der Einblick, auf das Tun der Anderen, neugierig gewagt wurde, wird vielleicht die eigene Tätigkeit hinterfragt und mit Nachahmung begonnen.

Vielleicht verändert sich dann die Sicht aus dem eigenen Fenster. Durch den Ausblick und die Zukunftsaussicht auf die mögliche Verbindung mit sich selbst und der Erde. Durch das Verbunden-sein mit anderen Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Verbindung schaffend lässt uns das Buch nicht ganz so allein sein und bringt Licht in düstere Gedanken. Wenigstens ein bisschen.

Lesegenuss, Betrachtungsfreude und Hoffnung vereinen sich in diesem vieldeutigen und symbolhaften Buch.

Wie gelangt für dich Sinn in das Tun, die Krise und die Zukunft?

Anne


CoronaHoffnungUnd die Menschen blieben zu Hause

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