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ich so und schön, dass alle anderen soooo normal und ausgeglichen sind

ich so und schön, dass alle anderen soooo normal und ausgeglichen sind

Ich kann nicht grenzenlos leben. Viele tolle Motivationssprüche behaupten das zwar, aber mal ehrlich, ich kann mich nicht von allem frei machen.

Ich kann an manchen Tagen nicht mal allein aufs Klo gehen.

Da sind zwei Menschenkinder, für die es doch von Vorteil ist, dass wir ein Dach über dem Kopf haben. Und ich glaube der Vater meiner Kinder fände es nicht so lustig, wenn ich eine Stelle in Bangkok annehme und mit den Kindern das Land verlasse.

Und die Idee mit der thailändischen Hauptstadt ist gar nicht so abwegig, immerhin habe ich die Bewerbungsunterlagen hier.

Aber es ist nur der Ausdruck für mein Bedürfnis nach Veränderung. Nach Ortswechsel. Aber ich finde nicht mal innerhalb der Stadt bezahlbaren Wohnraum für mich und die Kinder.

Und ich kann keine Anzeigen mehr sehen. Und diese „0 Treffer“ auch nicht.

In manchen Momenten habe ich einfach keine Lust mehr. Ich will meine Sachen packen und abhauen. Ich will kein Aber mehr hören und einfach machen, wonach mir der Sinn steht.

Blöd nur, dass mir dann einfällt, dass ich gar nicht so genau weiß, was ich will. Bzw. manchmal weiß ich es schon und es scheitert am Geld. Und vielleicht kann ich doch wild und frei sein und werde nur von meinen Barriren im Kopf gebremst.

Dieses „In sich hinein hören.“ ist auch ne Nummer für sich. Unzufriedenheit nimmt von mir Besitz.

Finden. Ich will etwas finden. Alles strebt dieses Gefühl von Vollendung an. Aber ich weiß gar nicht, was ich suche. Vielleicht weiß ich es auch, nur es ist nicht konform mit den Bedürfnissen der Kinder oder ich hab Angst oder ich will wiedersprüchliche Sachen. Oder ich bin einfach nur…

„Eiskönigin“

Das sagte man mir, sei ich und ja, wenn ich eine Menge an Gefühlen in mir trage und keinen Bock mehr habe, ja liebe Mitmenschen, dann bin ich wortkarg, auf Abstand, gucke versteinert und bin weniger an Anderen interessiert.

Ich glänze dann nicht mit sozialer Kompetenz. Es tut mir leid. So ist das. Ich habe versucht das zu ändern, aber ich brauche meine Energie manchmal einfach nur für’s nackte Überleben. Klingt so dramatisch. Ist aber so.

Und so schlecht finde ich die Idee von dem Eispalast gar nicht. Immerhin ist er ein schützender Rückzugsort. Ja, mein Herz ist eisig. Pessimismus macht sich breit.

„Sei doch nicht so.“ oder „Du machst dir das Leben selbst schwer.“ – Sätze machen es übriegens nicht besser.

Nüscht geht mir am Allerwertesten vorbei. Andere Schicksale nicht, andere Gefühle nicht, tausend und ein Gedanke nicht.

Ich bin manchmal komisch. Naaaa, und? Schön, dass alle anderen normal und ausgeglichen sind.

Doch, doch… ich glaube an die Sonne im Herzen. Ich streu mir Glitzer ins Leben. Und an Fasching wäre ich gerne als Fee gegangen, da hat mir das Tochterkind nur nicht meine Flügel zurückgegeben.

Ich möchte mir ein Schild umhängen: Bitte fragt mich nicht, wie es mir geht.

Ich kann mich sehr wohl am Alltagszauber erfreuen, kann ihn erkennen, wertschätzen und meist auch genießen.

Doch im Moment brauche ich einen Lkw voller Glitzer und frage mich, wie ich ihn bezahlen soll, wo ich es abladen will und wer – außer den Kinder – mit mir aus den Vollen schöpfen soll…

Ja, ja, es ist mein Leben. Und ich trinke jetzt Kaffee.


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