überraschend

Neugier liegt in der Natur des Menschen. Sie bringt uns voran. Lässt uns an die Zukunft denken. Lässt uns träumen, wenn ein Wunder unter dem Herzen wächst. Wir stellen uns vor, wie unser Kind wohl aussehen wird. Fantasieren vom zukünftigen Familienleben. Fragen uns, welche unserer Leidenschaften es wohl teilen wird und hoffen, dass es nicht auf die schiefe Bahn gerät.
Doch über allem prangt: Hauptsache gesund. Alles andere erscheint zweitrangig. Das ist der Zeitgeist. Gesund * Vital * Optimal – Nur dann steht einem die Welt offen. Oder?
Seit der Schwangerschaft mit Krümelie ist es so, dass Kontrollen angesetzt werden, weil etwas sein könnte, und weil wir nicht leichtsinnig sein wollen, lassen wir kritisch schauen… beim Zahnarzt, beim SPZ, bei den U-Untersuchungen, beim Endokrinologen, beim Augenarzt, beim HNO-Arzt und schlussendlich habe ich den Kardiologen auch noch im Hinterkopf.
Es nennt sich Vorsicht und Früherkennung und wir wollen nur das Beste und machen Termine. Manche davon sind Teil einer gängigen Praxis für alle Kinder. Ich weiß das. Doch die Summe nervt mich.
Es füttert meine natürliche Angst. Wie könnte ich mir keine Sorgen machen bei all der Kontrollwut?! Es ist ein ganzes Stück Arbeit den Glauben an „das kompetente Kind“ nicht zu verlieren.
Momentan bringt mich zwar die Tatsache, dass der Sohnemann ein Linkshänder ist, mehr zum Grübeln als der fehlerhafte Chromosomensatz seiner Schwester.
Linkshändler – heute doch kein Problem (mehr). Genau. Genauso wenig wie das Ullrich-Turner-Syndrom. Oder?
Wie beeinflusst das UTS die kindliche Entwicklung? Eine Frage, die unter den Nägeln brennt. Viel geklickt hier und immer wieder bei den Suchanfragen. Sind wir doch auf Optimierung und Prozessverbesserung ausgerichtet? Na und? Mich wundert es nicht. Und ich kann die Neugier verstehen.

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