‚Gedanke des Tages‘ Nummer 11: Fantasie

Der Herzmann hatte gestern Geburtstag. Zu seinen Ehren waren wir gemeinsam mit seinen Eltern essen. Obwohl wir uns bereits 17 Uhr getroffen haben, dauert so ein Essen mit sechs Leuten, Nachtisch und Allem ein bisschen, sodass wir kurz nach 19 Uhr auf dem Heimweg waren.
Voller Bauch, Erschöpfung, die der Uhrzeit und dem aufregenden Tag geschuldet ist, und nun der Weg nach Hause ließen den Zweijährigen unruhig sein. Weder die passende Sitzposition noch der passende Sitzpartner ließen sich finden. 20 Minuten mit den Öffis können sich da schnell wie 2 Stunden anfühlen.
Doch – ich gebe es zu – ich musste einmal durchatmen und schnappte mir dann den Sohnemann. Als er auf meinem Schoß saß, kramte ich in seinen Taschen und kitzelte seinen Bauch. Ich tat so als würde ich Seifenblasen aus seiner Tasche holen, ließ sie fliegen, platzen und pustete neu. Mein Finger zeigte hier und dort hin und ich machte „Oh“ und „Ah“.
Mein Sohn verstummte. Innerhalb von 2 Minuten änderte sich die Stimmung.
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| Mensch mit Luftballon |
Ich kramte nochmal in seiner Tasche und holte einen imaginären Luftballon hervor. Ich pustete ihn auf und wir ließen ihn hin und her fliegen.
Krümel lachte und quitschte, pustete und staunte. Mit dem Kopf im Nacken zeigte er auf „Seifenblasen“ und „Luftballons“ und meinte „Da!“, „Da!“. Wenn ich in die Hände klatschte und „Oh“ sagte, war „etwas“ zerplatzt. Eine Aufforderung für Neubeginn.
Meine Tochter wurde aufmerksam. Sie wechselte von Oma als Sitznachbarin zu uns. In ihren Taschen fand ich Konfetti und sie selbst dann noch Schnee. Beides rieselte in die Bahn mit lustigen Geräuschen.
Während unserer Straßenbahnparty verging die Zeit im Flug. Herzliches Lachen. Von Müdigkeit keine Spur.
Wir brauchen mehr Fantasie in unserem Leben.
Es war so einfach. Ich hatte „nichts“ bei und wir hatten Spaß.
Anne


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