Was passiert eigentlich im SPZ ?

Ich gebe es zu, ich hatte ein komisches Gefühl als die Kinderärztin uns erklärte, dass sie uns gerne an ein SPZ überweisen wolle. SPZ. Das klang nach ernsthaften Problemen. Krümelie war erst kurze Zeit auf der Welt. Wir waren unbeholfene Anfängereltern und unser Baby anspruchsvoll. Unsere Hebamme jedoch hielt das für eine gute Idee und berichtete von ihren positiven Erfahrungen. Und auch ich möchte das tun.
Was ist ein SPZ?
SPZ ist die Abkürzung für Sozialpädiatrische Zentren. Es sind Orte für Kinder und Jugendliche, wo verschiedene medizinische, psychologische, pädagogische und therapeutische Gebiete, Hilfen und Fachmenschen zusammenkommen. Mit einer Überweisung vom Kinder- oder Hausarzt können vom SPZ aus, meist in den Räumlichkeiten direkt, tiefgründigere Maßnahmen ergriffen werden. Meist haben die Mitarbeiter mehr Zeit. Ihr Fachwissen ist detalierter bzw. spezifizierter. Es ist das Zusammenspiel von Zeit, Erfahrung und Wissen, was den Unterschied macht.
Zur Vorstellung im SPZ
Dann machte Krümelie einige „Tests“ und konnte zeigen, was sie kann. Diese Aufgabenstellungen waren an ihr Alter angepasst. So wurde sie zum Beispiel zum Krabbeln, Ball werfen oder Auffädeln angeregt. Mit zu nehmenden Alter wurden ihr Fragen gestellt.
Sozusagen im dritten Teil ging es dann um körperliche Werte (z.B: Größe, Gewicht und Kopfumfang) und den Gesundheitszustand (z.B: „Zustand“ der Wirbelsäule, Fußstellung und Reflexe).
Zum Ende eines Besuches gab es ein kurzes Feedback zum Entwicklungsstand und unter Berücksichtigung unserer Wünsche, Fragen oder Probleme wurde entschieden, wie weiter vorgegangen wurde.
weiteres Vorgehen
Wir waren das erste Mal im SPZ als Krümelie etwa 4 Monate war. In dem auswertenden Schreiben, was wir einige Zeit später per Post erhielten, stand bei Befund „Regulationsstörung“. Jemand nannte es mal „Gebärmutterheimweh“. Das fand ich in dieser anstrengenden Zeit – da wenig Schlaf und viel Schreien – als schönes Synonym. Die Orientierung in der Welt fiel Krümelie jedenfalls schwer. Viel Schreien und „Muttermilch-Speien“ und einige Unsicherheiten unsererseits „brachten“ uns zu einer, zum SPZ gehörenden, Ergotherapeutin. Ich weiß nicht, ob es eine klassische Ergotherapie (im Sinne von Schema F) gibt. Wenn es sie gibt, dann hatten wir keine klassische.
Die Frau hat Krümelie’s Motorik (mit) geschult und Ratschläge gegeben, wie wir Krümelie helfen können, dass sie sich besser selber organisieren konnte. Sie hat Zusammenhänge erklärt, Abläufe vom Gehirn verdeutlicht und mir den Rücken gestärkt. Ich fand die Situationen meistens sehr angenehm.
Wir hatten außerdem einen Beratungstermin zum Thema „Ernährung“, wurden von einer Sozialarbeiterin wegen eines Schwerbehinderten-Ausweises informiert (Sie ging die Vor- und Nachteile mit mir durch und hätte auch bei der Beantragung geholfen.) und als Krümelie fünf Monate alt war, wurde bei ihr ein Kopfultraschall gemacht in den Räumlichkeiten des SPZ, welches Teil eines Krankenhauses ist. Wir mussten also nicht noch einen weiteren Arzt aufsuchen.
Was noch?
In den ersten eineinhalb Lebensjahren von Krümelie haben wir also koordiniert von einer „Hauptansprechpartnerin“ aka Ärztin verschiedene Angebote vom bzw. im SPZ wahrgenommen. Diese Ärztin hörte in „unserem“ Zentrum auf, aber auch ihr Nachfolger war angenehm. 2 Termine im Jahr reichten und Krümelie entwickelte sich, ohne dass wir hätten weitere Maßnahmen ergreifen müssen. Nach dem wir erfuhren, dass eine Ärztin Nummer 3 unsere Betreuung übernehmen sollte, strebte ich den Wechsel zu Ärztin Nummer 1 an, was zum Glück auch klappte. Ärztin Nummer 3 erwischte mich auf dem falschen Fuß.
Wir wechselten in ein Zentrum, was nicht direkt auf dem Gelände einer Klink ist. Mit dem Blick auf den Schulstart wollen wir einmal im Jahr einen Termin dort wahrnehmen. Bei Auffälligkeiten können wir jeder Zeit einen Termin machen. Jedoch habe ich nicht das Gefühl, dass das nötig sein wird und denke auch, dass die Verantwortlichen das ähnlich sehen. Es geht uns um Prävention.
Eine unumgängliche Anlaufstelle für Mädchen und Frauen mit UTS ist die Endokrinologie. Von der ersten betreuenden Ärztin wurde uns dazu auch eine klare Empfehlung ausgesprochen. Eine Nieren- und Herzüberprüfung sollten wir ebenfalls anstreben.
Alles deckt ein SPZ dann doch nicht ab, aber auch zwischen diesen Anlaufstellen besteht eine schriftliche Verbindung und Befunde wurden weitergeleitet.
Weniger Kontrolle und Bewertung, dafür mehr Hilfestellung – dann kann so eine Anbindung an ein SPZ sehr hilfreich sein.
DiagnoseSPZ


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