Der erste Geburtstag naht – mein zweites Baby wird ein Kleinkind!

AAAHHHHHHH!!!!
Jetzt bitte „den Schrei“ vorstellen und eine Frau, die ihre Hände an ihre Wangen presst, die Augen weit aufreißt und den Mund ebenso. Fassungslosigkeit.
Ja, ja. Immer sagen alle, dass die Zeit rennt und mit Kindern wird das erst richtig spürbar. Und ich schaue mein Baby an und denke: Wo sind die letzten 343 Tage hin? In fast drei Wochen heißt es „Auf Wiedersehen, Baby“ und „Hallo, Kleinkind“.
Ich war unendlich erleichtert als ich meinen Sohn, wenige Minuten nachdem er das Licht der Welt erblickte, auf meinen Bauch bekam. Ich war überrollt worden von der Natur. Unter der Geburt schaltete der Schwerz, der Drang, die Wehen den Kopf aus. Ich war überwältigt. Die Geburt von Krümel war ein Wellenschlag. Eine Naturgewalt. Sie überschwappte mich. Und dann herrschte Ruhe. Friedlich lagen wir da. Nur er, ich und der Herzmann. Um uns gedämpftes Licht. Über uns ein Sternenhimmel.
Die Geburt von Krümelie war kopflastiger, beängstigender und erst der Beginn. Der Sturm zog grade erst auf. Mit ihm aber auch unzählige, übermäßige Wellen an Gefühl. So intensiv. Verliebtheit. Unsicherheit. Schmetterlinge im Bauch. Müdigkeit. Verzweiflung. Erleichterung. Es war ein (emotionales) Auf und Ab. Das ganze erste Jahr war aufregend, wie die erste große Liebe.
Mit Krümel waren die ersten Male nicht mehr so erstmalig. Wir wussten in etwa, was uns erwartet, obwohl ich beim ersten Windelwechsel arg unsicher war. Zum Glück gab und gibt es auch mit Krümel Neues zu erleben. Es ist keine Kopie, dessen was schon einmal das erste Jahr war. Aber dieses erste Jahr verging schneller als mit seiner Schwester.
Ein Jahr!
In den letzten über 30000000 Sekunden ist ein Band zwischen Krümel und mir entstanden, dass mit jeder Sekunde stärker wird. Mit Stolz und voller Zärtlichkeit schaue ich meinen Sohn an. Mein Baby. Mein bald Kleinkind.
Worte können kaum fassen, wie in über 8000 Stunden meine Zuneigung gewachsen ist.
In den 525600 Minuten von dem Moment seiner Geburt bis zum ersten Geburtstag haben wir gemeinsam gelacht, geweint, gesungen und gelernt. Unzählige Windeln, Still- und Tragemomente, Wäscheladungen, Streicheleinheiten und Erfahrungen später sind wir in 365 Tagen als Familie zu einer Einheit geworden. Ein Wir ist entstanden.
So verschiedenen meine Kinder auch sind, so verschiedenen ihr Start ins Leben auch war, so schwer manchmal der Alltag ist, wenn ich sie in den Arm nehmen kann, ihnen über den Kopf streichenln und ihren Duft einatmen kann, wenn ich Tränen trocknen und Augen zum Leuchten bringen kann, wenn ihre Hände mich berühren, dann kann die Welt stehen bleiben, dann möchte mein Herz überlaufen. Dann möchte ich nur noch an das Gute im dieser Welt glauben. Das ist Liebe. Das fühlt sich an, wie der beste Kaffee der Welt. (Ein für uns sehr passender vergleich.)
Liebe – dieses Wort vermag nicht auszzdrücken, wss ich empfinde. Es fühlt sich nach soviel mehr an.
Ich freue mich auf das erste „Mama“. Dann werde ich in Tränen ausbrechen. Mein Strahlemann, mein Sohn, nie hätte ich gedacht, dass es ein zweites Wunder gibt. Krümelie wird immer die Erstgeborene sein. Und ich hatte Angst, dass wir diesem, unseren, zweiten Kind nicht gerecht werden. Ich hatte Angst nicht nochmal so intensiv und mit jeder Faser meines Körpers fühlen zu können. Doch mein Sohn hat mich eines besseren belehrt.
Ähnlich wie beim „Buchbaby“-Geburtstag bin ich überwältigt von diesem ersten Mal. Dem ersten Geburtstag. Bald ist es so weit. Ich versuche die letzten Babytage bewusst zu erleben. Diesen einmaligen Geruch aufzusaugen…



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