Lost Art Festival

Hinter den imposanten Backsteinmauern der Glühbirnenfabrik wurden Leuchtmittel hergestellt, dessen Strahlkraft die Lebensweisen grundlegend veränderten. Bevor sich die Zeitgestalt des 100 Jahre alten Industrieareals wandelt, ermöglichte das nicht kommerzielle LOST ART FESTIVAL dort in 14 Hallen ein einzigartiges Kunsterleben. Vom 12. bis 14. September 2025 belebten gigantische Licht- und Klanginstallationen, faszinierende Performances, spannende Geheimnisse, überraschende Kulinarik und ganz viele Interessierte diesen verlassenen Ort in Berlin.
x-mal anderes Kunsterlebnis
Ganzheitliche, hinterfragende und berührende Perzeption. Weitläufige Hallen. Immersive Hörerlebnisse. Verwinkelte Wege. Technologische Bewegungen. Geheimnisvolle Katakomben-Keller. Skulpturale Gebilde. Erinnerungstücke von der Glühbirnenfabrik. Faszinierende Verbindungen. Ruhe im Zusammenspiel von Dunkel- und Helligkeit. Vorstellungskraft, die tief berührt. Audiovisuelle Kunstwerke beim Lost Art Festival 2025.


Die Installation „Implausible Rainbows“ von Lukas Truniger und Bruce Yoder holte das wohl symbolischste und poetischste Naturphänomen vom Himmel und inszenierte hoffnungsvolle Schönheit mit Hilfe von Nebel, Optikon und Lichtquellen. Greifbar und gleichzeitig nicht. Und was befindet sich am Ende des Regenbogens?
Bei der Installation „Ataraxie“ von Maxime Houot und dem Collectif Coin tanzten in Schwärze mechanische Arme. Ihre Strahlen zogen rote Linien und bildeten wirbelnde wie wellenartige Formen. Begleitet von ihrem eigenen Sound wurde zum stillen Verweilen und Ruheerleben eingeladen. So bedeutet das Licht- und Klangkunstwerk auch „Seelenruhe“ und die Frage nach dessen individueller Bedeutung bleibt.


Die skulpturale Konstruktion von Boris Acket und Ruben van Leer erinnerte an den Traum vom Fliegen, Leonardo Da Vincis Skizzen und das Schwingen von Flügeln. In einem Rhythmus von 10 Minuten verbanden sich bei „The Bird of a Thousand Voices“ ein Dreiklang von Sehnsucht, Mechanik und Natur und motorisiertes Aluminium und transparenter Stoff takteten das betrachtende Herz.


Beim Kaffee eröffnete Sven Uwe Kaiser eine Gegenpartie und lud zum Perspektivwechsel ein. In seinem Werk „No Kings in our Castle“ wurde ein Schachbrett zur Bühne. Doch machtgierige Akteure mit Kronen und profitable Hierarchien fehlten. Mit einer Farbexplosion, erzeugt durch Feuerlöscher mit Acryl, zeigte sich, dass eine facettenreiche Gesellschaft und jede Figur zählt.
Der weltbekannte Lichtkünstler Yasuhiro Chida schnürrte mit einem weißen, kilometerlangen und überkreuzenden Faden einen dreidimensionalen Raum. Durch den Einsatz von bewegtem Licht wurde seine Installation „Analemma“ zum Spinnennetz oder feuernden Synapsen, zu Regen im Wind oder Glühwürmchen in einer Galaxie aus möglichen Verbindungen. In dem bewegten Netzwerk funkelte die Einfachheit. Die eigene Wahrnehmung wurde gefesselt.


Lost Art Festival 2025
Im eigenen Tempo konnte das Areal erforscht und gestaunt werden. Dazu gab es ein Rahmenprogramm und diverse Essensangebote zur Stärkung rundeten das Erlebnis ab. Aufleuchten im Luxwerk! Das alte Industriegelände strahlte im senoren Glanz des Festivals wie meine Augen. Der Körper vibrierte in einem Wechsel aus kribbelnder Begeisterung und entspannendem Innehalten. Hand in Hand mit dem Liebsten. Die Grenzen der eigenen Kreativität weiteten sich. Im Lichtschein wirbelte Zeitstaub im Hier und Jetzt in der Begegnung von Vergangenheit und Zukunft. Wundervolle Installationen für die Sinne. Dank an alle Beteiligten für diese kunstvolle Erfahrung.
Eure Anne
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