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Lebensbilder statt Krankheitsbild #8

Lebensbilder statt Krankheitsbild #8

Erdbeermonolog

Jedes Jahr im Frühling warte ich darauf, dass „die Erdbeeren“ aufgestellt werden. Anfang der Woche war es nun endlich so weit „unsere Erdbeere“ stand da.

Nur offen war sie noch nicht. Krümelie klopfte sogar an. Aber niemand machte auf. Daraus ergab sich folgender Monolog.

Krümelie:“ Wir müssen noch warten, weil die Erdbeeren noch nicht offen sind. Ein bisschen. Und dann sind sie offen. Mama? Dann kommt ein Mann. Mmh. Mann macht die offen. So, so, so… (Krümelie macht Bewegungen zum Aufschließen ) Und dann ist die Frau drin. Und dann der Mann. Und dann die andere Frau. Und dann suchen wir. Und dann zahlen wir. Dann Hause gehen.. gehen da lang zu unserer 58. Mama gleich kann ich den Stift haben. Dann schreibe ich das mit die Erdbeeren auch auf. Und dann essen wir die auch. Ich bin heute Mittagskind. Mmh zum Erdbeeren kaufen. Is noch zu. Und dann kaufen wir Erdbeeren.  Und dann zahlen. Aber… morgen erst. Mmh… Ähm… Ich will, was zählen. Pass auf, Mama. Schön schreiben. (Krümelie schaut auf ihr Tuch mit dem Maulwurfstoff und dem Gartenmotiv) Da sind auch Erdbeeren. Wie ihr. Mmh… Eins, Zwei, Drei… Gaaaanz viele. Und dann kaufen wir. Zahlen, bitte und dann… Jetzt ist sie offen.“

Ich höre diesen „und dann, ähm und mmh“ – Monologen so gerne zu. Die Wörter sprudeln aus Krümelie heraus. In kurzen Denkpausen sieht sie konzentriert aus. Die Stirn liegt dann in Falten. Handbewegungen unterstützen das Gesagte. Zwischendurch schaut sie mich intensiv an. Ich soll zuhören. Es ist wichtig, was Krümelie sagt. Und den Vorgang des Erdbeerkaufs hat sie schon mal gut verstanden.
Ich bin gespannt, wie das dann wirklich abläuft und, wie die Erdbeeren schmecken.

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